Batch Adjustments - Sync/de

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Batch-Bearbeitung

Wenn Du bei der Bearbeitung von Fotos richtig effektiv werden möchtest, ist der Inhalt dieses Artikels für dich besonders wichtig.

Stapelverarbeitung ist ein alternativer Begriff für Funktionen, die in einem Zug auf gleich mehrere Objekte angewendet werden. Im Prinzip ist auch die Abarbeitung der Warteschlange faktisch ein Batch-Prozess. Gemeint ist hier aber die tatsächlich gemeinsame Bearbeitung (editieren) mehrerer Fotos oder das Übertragen eines Bearbeitungsprofils auf mehrere Fotos. Andere Software verwendet hier auch den Begriff synchronisieren. Wohlgemerkt: Es geht um die geschickte Verteilung von Werkzeugeinstellungen auf mehrere Bilder und nicht um die Verarbeitung eines Fotos. Es müsste in gutem deutsch also Stapelbearbeitung heißen.

In RawTherapee gibt es dazu zwei Wege. Zum einen lassen sich Settings einzelner oder aller Werkzeuge von einem Foto auf mehrere Andere übertragen. Also die klassische Copypaste-Methode. Zum Anderen ist es aber auch möglich, Bilder tatsächlich parallel zu bearbeiten.

Hinweis zum Selektieren: In diesen Verfahren arbeitest du auch in der Dateiverwaltung und dem Filmstreifen des Editors. Um mehrere Miniaturbilder dort zu selektieren, nutze die üblichen intuitiven Funktionen, die auch von fast allen grafischen Betriebssystem bekannt sind:

  • Um mehrere Bilder einzeln auszuwählen, halte die Strg-Taste gedrückt und klicke auf die Bilder.
  • Um gleich einen ganzen Bereich auszuwählen, klicke auf das erste Bild, halte dann die Umschalt-Taste gedrückt und klicke auf das letzte Bild in dieser "Liste".


Copypaste - Kopieren von Werkzeugeinstellungen

RawTherapee besitzt eine Zwischenablage, mit der aktuelle Werkzeugeinstellungen übertragen werden können. Die bekannten Windows-Tastenkombinationen für Copypaste, also Strg+C und Strg-V, werden auch hier verwendet, übertragen die Daten aber nicht über die Betriebssystem-eigene Zwischenablage. Das funktioniert im Editor (auch in Verbindung mit dem Filmstreifen) und in der Dateiverwaltung. Der Editor hat hierfür sogar zwei Buttons ziemlich oben rechts. Im Filmstreifen und der Dateiverwaltung gibt es die Funktionen im Kontextmenü. Die genannten Tastenkombinationen funktionieren aber überall.

Der Anwendungsfall ist typisch für Bilder aus einem Shooting: Es gibt Bildeigenschaften, wie Weißabgleich, Belichtung, Rauschverhalten bei konstant hohem ISO usw., die sind für alle Bilder eines Shots sehr ähnlich. In so einem Fall bearbeite beim ersten Bild im Editor nur diese Gemeinsamkeiten zu einem guten Zwischenresultat und verteile mit dieser Methode diese Grundeinstellungen auf alle ähnlichen Bilder. Du hast nun für die verbleibenden Bearbeitungsschritte, die durchaus sehr bildspezifisch sein können, einen guten Startpunkt für sämtliche Bilder des Shootings.

Wie gesagt, findest Du die Funktionen zum Kopieren und einfügen auch in den Kontextmenüs des Filmstreifens und in denen von ausgewählten Bildern in der Dateiverwaltung. Dort heißen die Punkte: Profiloperationen > Profil kopieren und Profiloperationen > Profil einfügen.

Selektiv einfügen

Dialogfeld (Ausschnitt) zur Auswahl von Teilen eines Bearbeitungsprofils

Willst Du nicht alle Werkzeugeinstellungen übertragen, sonder nur von ganz speziellen Werkzeugen, dann

  • drücke statt Strg-v die Kombination Strg+Umschalt+V
  • oder wähle im Kontextmenü des Miniaturbildes Profiloperationen > Profil selektiv einfügen

In beiden Fällen öffnet sich ein Dialogfeld, in dem Du die Werkzeuge, deren Einstellungen übertragen werden sollen, auswählen kannst.

Die Hacker-Methode

Manchmal lohnen sich in speziellen Fällen auch ein paar mehr Handgriffe:

Falls Du mit der Selektion einzelner Werkzeuge noch nicht zufrieden bist und nur ganz spezielle Parameter kopieren willst:

  • Speichere das Bearbeitungsprofil (durchaus schon vorselektiert)
  • Öffne es in einem einfachen Editor (es muss ein Editor sein, der keine Steuer- oder Formatierungszeichen einfügt und die Kodierung beibehält).
  • Lösche dort alle Parameterzeilen, die Du nicht übertragen möchtest. Und speichere das Profil.
  • Lade ein Bild in den Editor
  • Öffne das editierte Profil (Profil aus Datei laden) - Leider gibt es diese Lade-Funktion nicht im Kontextmenü von Dateimanager und Filmstreifen


Sync - Parallel-Bearbeitung mehrerer Bilder

Und es geht noch einen Zahn fixer: Du kannst tatsächlich auch mehrere Bilder gleichzeitig bearbeiten!

Diese Funktion gibt es nur in der Dateiverwaltung. Der große Nachteil dabei ist, dass Du den Bearbeitungserfolg nur in den kleinen Miniaturbildern sehen kannst. Derzeit zeigt in der Dateiverwaltung die rechte Registerkarte Prüfen nur Informationen aus dem unbearbeiteten Bild an (Raw: eingebettetes JPEG). Prüfen dient derzeit ausschließlich der Vorselektion.

Falls du nicht nur einen großen Monitor hast, sondern auch einen schnellen Rechner, kannst du dir die Parallelverarbeitung so richtig versüßen: Einstellungen > Dateiverwaltung > Einstellungen des Festplatten-Cache für Miniaturbilder > Maximale Höhe der Miniaturbilder. Stelle den Wert z.B. auf 600. Auf einem 4k-Monitor gern auch höher. - Optimiere die Einstellungen an Hand der Performance des Rechners. Der Speicherplatz (Cache), in den die Miniaturbilder vorübergehend abgelegt werden, ist wohl eher das kleinste Problem. Wenn du leistungsfähige Hardware hast, gibt der Monitor die Grenzen vor. Probiere aus, was für Dich passt. Wenn Du an dieser Stelle in bessere Hardware investierst, gehörst du zu der Gruppe der Poweruser. Als Gelegenheitsnutzer übertreibe es nicht: das oben beschriebene Batch-Verfahren benötigt diese Performance nicht, ist aber in vielen Fällen ausreichend effizient. Und mit der Sync-Parallelverarbeitung kannst du auch nicht alles machen. Sämtliche Detail-Funktionen arbeiten nur mit 100% Vorschaubildern. Bei Schärfung, Rauschminderung usw. musst du also am Einzelbild arbeiten und kannst das Ergebnis über das selektive Bearbeitungsprofil auf alle Fotos deines Batches anwenden.

Benutzung

In der Dateiverwaltung befindet sich im rechten Bildbereich der Reiter Entwickeln. Er holt die komplette Werkzeugkiste aus dem Editor in die Dateiverwaltung. Selektiere im mittleren Bereich alle Bilder, die Du gleichzeitig bearbeiten möchtest (s. oben) und vertraue bei sehr groß gestellten Miniaturbildern Deiner Rechenleistung.

Beachte dabei, dass vor allen Einstellwerten eine Checkbox steht. Die drei möglichen Optionen dabei sind:
[ ] abgeschaltet
[✓] eingeschaltet
[-] Werte unterscheiden sich über alle selektierten Bilder

Meist wird im dritten Fall die Checkbox gleich abgeschaltet. Willst du den Wert aber nun für mehrere Bilder ändern, musst du ihn wieder zuschalten. Doch was passiert nun beim Verschieben eines Reglers, wenn die Werte bisher unterschiedlich waren? Lies weiter um zu verstehen, was passiert und wie man es beeinflussen kann:

Der große Unterschied:

Im Einzelbild-Editor veränderst Du die Einstellwerte immer absolut. Das ist kein Problem, weil der Wert beim Bildaufruf immer schon dort steht, wie du ihn zuletzt hast stehen lassen.

Wählst du aber im Sync-Mode mehrere Fotos aus, können die Parameter der einzelnen Bilder auf unterschiedlichen Werten stehen. Änderst Du nun einen solchen Wert für alle ausgewählten Bilder: Was soll passiere?

  • Soll der Parameter in allen Bilder auf den neuen Einstellwert springen? Er hat dann in all den gemeinsam editierten Bildern den gleichen Wert.
  • Oder soll nur die Veränderung des Parameters auf den aktuellen Wert für jedes einzelne Bild addiert werden?

Im zweiten Fall werden alle Bilder bezüglich dieses Parameters, den du gerade angefasst hast, nicht gleichgeschaltet. Zum Beispiel beim Weißabgleich kann eine Gleichschaltung fatale Folgen haben.

Um das noch etwas anschaulicher zu erklären, ein einfaches Beispiel:

Nehmen wir an, du hast zwei Bilder. Das Zweite war völlig unterbelichtet und du hast es einzeln schon um 3 Lichtwerte in der Belichtung angehoben. Bearbeitest du nun beide Bilder synchron und bist der Meinung, dass beide noch um 0,5 Lichtwerte abgedunkelt werden sollten, passiert Folgendes:

  • entweder beide Bilder werden um 0,5 Lichtwerte dunkler oder
  • das erste Bild wird um 0,5 Lichtwerte dunkler, das Zweite aber um 3,5 Lichtwerte.

Im zweiten Fall steht in Einstellungen > Stapelverarbeitung > Belichtungskorrektur der Schalter auf Setzen. Im ersten Fall steht er aber auf Hinzu (addieren). Vermutlich wünschst Du den ersten Fall: Das Bild wird immer ausgehend von seinen aktuellen Einstellungen um einen bestimmten Betrag korrigiert. Dies ist in den Standardeinstellungen auch die Einstellung bei der Belichtung. Es gibt aber auch Anwendungsfälle, wo eine andere Wirkung gewünscht ist. Demzufolge:

Wenn Du gern im Sync-Mode arbeiten möchtest, achte auf diese unterschiedliche Reglerinterpretationen und prüfe unter Einstellungen > Stapelverarbeitung die Einstellung der einzelnen Schalter für die vielen Werkzeuge.

Im Hinzu-Modus bewirkt übrigens der kleine Reset-Schalter "Standard wiederherstellen", dass der bisherige Wert jedes einzelnen Bildes auf den Anfangswert vor der Batch-Bearbeitung zurück gesetzt wird. Also nur der Hinzu-Wert wird also auf 0 gesetzt. Damit wird vermieden, dass für alle gewählten Bilder der Standardwert gleich zurück auf Anfang gesetzt wird. Anfang ist hier statt dessen nur der Beginn der aktuellen Batch-Verarbeitung.

Lies dazu sinnvollerweise auch noch die zugehörige Konfiguration in den Programmeinstellungen.

Tipp zum Thema

Wenn Du von einem Event zurück an den Rechner kommst, die Speicherkarten deiner Kameras eingelesen hast, befinden sich viele unbearbeitete Fotos auf deinem System. Sinnvollerweise sortierst du sicher zuerst die Bilder aus, die aus bestimmten Gründen nicht entwickelt werden sollen. Zurück bleiben womöglich immer noch hunderte Aufnahmen. Die hier beschriebenen Batch-Methoden eignen sich optimal, um vielleicht 80% der Bearbeitung zu schaffen, bevor du anfängst, die einzelnen Bilder in Details zu finishen.

Die Frage ist, wie kommst du möglichst schnell dazu, die ersten 80% der Bildverarbeitungsparameter abzuarbeiten? Die Batch-Methoden sind dazu die eine Hälfte, Strukturierung in den Arbeitsablauf zu bringen. Trotzdem müsstest Du immer noch für die Batch-Verarbeitung innerhalb eines Ordners eine Teilmenge aus hunderten Fotos selektieren, um die jeweiligen Batch-Einstellungen vorzunehmen. Das ergibt eine endlose Sucherei, welches Bild für welche Korrektur mit welchem Bild gleichzeitig bearbeitet werden kann. Gleichzeitig hat RawTherapee mit der Darstellung hunderter Miniaturbilder in dem ausgewählten Ordner zu kämpfen.

Löse das Problem:

  1. Schiebe nach dem Shooting alle Bilder in einen Ordner. (eventuell schon getrennt nach Kameras, falls du mehrere benutzt hast)
  2. Schmeiß daraus weg, was nicht zu gebrauchen ist
  3. Sortiere den Rest in Unterordner ein: Selektiere nach "Bildtyp". Alles, was in etwa gleich belichtet ist, etwa den gleichen Farbeindruck besitzt, ... in jeweils einen Unterordner.
    Hast du nur relativ wenige unterschiedliche "Bildtypen", kannst du sie auch statt zu verschieben, mit den Farbmarkern versehen.
  4. Gehe jetzt mittels der Batchverfahren in die einzelnen Order. In der Regel kannst du nun gleich alle Bilder zur Sync-Verarbeitung oder zum Profilverteilen selektieren. All die Bildveränderungen der gleich typisierten Bilder in einem Unterordner dürften größtenteils identisch sein. Du erspartst dir bei der jeweiligen Selektion die Sucherei in hunderten Fotos.
    Hast du dich statt dessen für die Variante mit den Farbmarkern entschieden, nutze hier die Filterfunktionen. Du findest sie oben in der Dateiverwaltung und auch im Editor in der Werkzeugleiste des Filmstreifens.
  5. Wenn es die Zielqualität der Bilder erfordert, gehe jetzt jedes einzelne Bild zum Finishing durch. Zumindest die Wahl des passenden Ausschnitts ist ein Schritt, der für jedes Bild einzeln entschieden werden muss.

Für die Vorauswahl und die Einsortierung kannst du RawTherapee verwenden. Liefert dein Kamerahersteller aber einen Treiber für das Raw-Format, so dass du es in einem beliebigen Ordner anzeigen kannst, kannst du die Vorsortierung auch mit einem gewöhnlichen Datei-Explorer übernehmen.