Command-Line Options/de

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Aufruf über die Kommandozeile

Du kannst RawTherapee von der Kommandozeile aus mit einigen Optionen starten. Damit sind zum Beispiel Script-gesteuerte Batch-Verarbeitungen möglich.

Symbolik

<Spitze Klammern> enthalten Parameter, die du ändern kannst.
[Eckige Klammern] bezeichnen einen Parameter der optional ist.
| steht als Trennzeichen für verschiedene Varianten.
- kennzeichnet einen Wertebereich ("von"-"bis").

Verwendung

rawtherapee <Verzeichnis>
Startet auf der Registerkarte Dateiverwaltung im angegebenen Verzeichnis.
rawtherapee <File>
Startet direkt die Editor-Registerkarte mit dem angegebenen File.

Option -w "keine Konsole öffnen"

(nur Windows-Betriebssystem)

Verhindert das Öffnen der Konsole
Hintergrund: Normalerweise ist RawTherapee bei der Ausführung auf der Kommandozeile recht "gesprächig". Ruft man RawTherapee als Kommandozeilenbefehl mit Optionen auf, öffnet Windows eine Konsole und führt RawTherapee darin aus. Dadurch kannst du sehen, was RawTherapee an Informationen zurück gibt. Da am Ende aber Windows die Konsole sofort schließt, hättest du keine Zeit mehr, um die Ausgaben des Programms zu lesen. Aus dem Grund haben die Entwickler RawTherapee für Windows so modifiziert, dass es am Ende der Bearbeitung in der Konsole auf einen Tastendruck wartet. Drückst du dann eine Taste, beendet sich RawTherapee und Windows schließt die Konsole.
Dieses Verhalten stört wiederum beim Aufruf aus einem Batchfile (z.B. ein PowerShell Script) heraus. Hier soll der Nutzer ja gerade nicht eingreifen. Mit der Option -w wird unter Windows verhindert, dass RawTherapee in einer Konsole ausgeführt wird. Damit laufen Aufrufe von RawTherapee auch unter Windows wieder ohne Eingriff des Nutzers durch.

Option -c "Konvertiere"

Allgemeine Verwendung:

rawtherapee <Optionen> -c <Verzeichnis>|<Files>
Konvertiert mehrere Files oder einen ganzen Ordnerinhalt. Bei Aufruf ohne Optionen werden Standardwerte verwendet.
Beachte: -c muss dabei immer als letztes hinter den folgenenden möglichen Optionen stehen:

Mögliche Optionen für die Konvertierung mit -c

Verwendung:

rawtherapee [-o <output>|-O <output>] [-s|-S] [-p <File.pp3>] [-d] [-j[1-100] [-js<1-3>]|[-b<8|16>] <[-t[z] | [-n]]] [-Y] -c <Quell-Verzeichnis|Quell-Files>

Optionen:

-o <Ziel-Ordner>|<Ziel-Filename>
Legt das Ausgabe-File bzw. den Ausgabe-Ordner fest.
-O <Ziel-Ordner>|<Ziel-Filename>
Legt das Ausgabe-File bzw. den Ausgabe-Ordner fest und kopiert das verwendete pp3-File mit dort hin.
-s
Verwendet das PP3-Sidecar-File (Bearbeitungsprofil), dass zusammen mit dem Ausgangsbild im gleichen Ordner liegt. Dazu muss das PP3-File den Namen des Ausgangsbildes abbilden. Zu Foto.raw muss das PP3-File also lauten: Foto.raw.pp3.
Fehlt das Sidecar-File, wird die Standardeinstellung für Neutral verwendet.
-S
Wie -s, überspringt das Quellfile aber, anstatt Neutral zu verwenden, falls das Sidecar-File fehlt.
-d
Statt des Profils Neutral wird für Raw- und Nicht-Raw-Fotos das Standardprofil verwendet, dass unter Einstellungen > Bildbearbeitung > Standardbildverarbeitungsparameter zuletzt eingestellt wurde.
-j[1-100]
Standardwert: 92, Gibt den Komprimierungswert für die Ausgabe in JPEG vor. (JPEG ist der Standardwert für das Zielformat, wenn nichts anderes vorgegeben wird.)
-js<1|2|3>
Gibt bei JPEG die Variante für die Farbunterabtastung vor:
1 = Beste Kompression: 2x2, 1x1, 1x1 (4:2:0)
Farbe vertikal und horizontal halbiert.
2 = Ausbalanciert: 2x1, 1x1, 1x1 (4:2:2)
Farbe nur horizontal halbiert.
3 = Beste Qualität: 1x1, 1x1, 1x1 (4:4:4)
Keine Farbunterabtastung.
-b<8|16>
Standardwert: 16, Gibt die Farbkanaltiefe in Bit für die Formate TIFF und PNG vor.
-t[z]
Gibt TIFF als Ausgabeformat vor. (Standard ist JPEG)
In der Form -tz wird das Bild in TIFF (verlustfrei) komprimiert abgelegt. In der Form -t bleibt das Bild in TIFF unkomprimiert.
-n
Gibt PNG (verlustlos komprimiert) als Ausgabeformat vor. (Standard ist JPEG)
-Y
Überschreibt das Ziel, falls schon vorhanden.
-p <File.pp3>
Legt ein Bearbeitungsprofil (PP3) fest, dass für alle Konvertierungen verwendet wird. Die Option -p <File.pp3> kann mehrfach angegeben werden.

Das angegebene Bearbeitungsprofil (PP3) oder unter besonderen Umständen (ältere Version) auch das Sidecar-File können unvollständig sein. Das tatsächlich verwendete Bearbeitungsprofil wird deshalb auf folgendem Weg bestimmt:

  1. Das Ausgangs-Bearbeitungsprofil ist das, was den fest in RawTherapee kodierten Startwerten entspricht. Dies ist identisch mit dem Profil Neutral
  2. Falls Option -d gesetzt: Das in den Programmeinstellungen vorgegebene Default-Profil (getrennt für Raw-Files und Nicht-Raw-Bilder) überschreibt das Profil Neutral in den im Default-Profil vorhandenen Einstellungen.
  3. Die Bearbeitungsprofile, die mit der/den Option(nen) -p vorgegeben wurden bzw. das eventuell vorhandene Sidecar-File, falls es mit -s aktiviert wird, werden nacheinander in der Reihenfolge, wie sie in der Kommandozeile stehen, eingelesen. Die Parameter, die in den mit -p/-s übergebenen Profilen stehenden, ersetzen die bisher vorhandenen Parameterwerte.

Zum letzten Punkt: Wenn beispielsweise in der Kommandozeile angegeben wird:

-p first.pp3 -p second.pp3 -s -p fourth.pp3

dann werden die Profilfiles in folgender Reihenfolge angewendet (das Nachfolgende überschreibt also Werte aller Vorangegangenen):

  1. first.pp3
  2. second.pp3
  3. aktuellesFoto.raw.pp3
  4. fourth.pp3

Standard-Ausgabe umleiten

Um zur Kontrolle die Ausgaben, die RawTherapee auf der Kommandozeile während der Laufzeit erzeugt, in einem File abzuspeichern, können die Umleitungen entsprechend der eingesetzten Betriebssysteme auf folgende Art gesetzt werden:

Windows (cmd.exe)
rawtherapee.exe > rawthlog.txt 2>&1
Linux
rawtherapee &> rawth.log

Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe: Konvertiere das File Foto.raw unter folgenden Bedingungen:

Betriebssystem: Linux
Ausgangsbild: /tmp/Foto.raw
Sidecar-Bearbeitungsprofil (im gleichen Verzeichnis, wie das Ausgangsbild): Foto.raw.pp3
Zielfile: /tmp/foo.tif
Ersetze das Zielfile, falls vorhanden.
rawtherapee -o /tmp/foo.tif -s -t -Y -c /tmp/Foto.raw

Beispiel 2

Aufgabe: Konvertiere sämtliche Bilder aus /tmp/jane01 für eine Verwendung im Web und ändere Metainformationen:

Betriebssystem: Linux
Quellordner: /tmp/jane01
Zielordner: /tmp/jane01/web
Bearbeitungsprofil: Gehe von Default aus und wende ein Sidecar-File an, wenn es existiert.
Entferne alle EXIF-Tags unter Verwendung von ~/profiles/exif.pp3
Füge einige IPTC-Tags hinzu, wie z.B. Copyright-Informationen. Verwende dazu ~/profiles/iptc.pp3
Ändere die Bildgröße und schärfe danach entsprechend ~/profiles/web.pp3
rawtherapee -o /tmp/Jane01/web -p ~/profiles/iptc.pp3 -s -p ~/profiles/exif.pp3 -p ~/profiles/web.pp3 -t -Y -d -c /tmp/Jane01/

Das letztlich verwendete Bearbeitungsprofil wird folgendermaßen gebildet:

  1. Fest kodierte Startwerte (Profil Neutral) geben den Ausgangspunkt vor.
  2. Wegen -d wird das in den Programmeinstellungen spezifierte Standardprofil darüber gebügelt.
  3. Wegen -p ~/profiles/iptc.pp3 werden die dort enthaltenen Parameter zum Copyright übernommen.
  4. Wegen -s werden jetzt alle Einstellungen des Sidecar-Files übernommen.
  5. Wegen -p ~/profiles/exif.pp3 werden die darin enthaltenen (leeren) Exif-Parameter übernommen.
  6. Wegen -p ~/profiles/web.pp3 werden die darin enthaltenen Werte zur Änderung der Bildgröße und des nachfolgenden Schärfens übernommen.
  7. Wegen -Y wird ein möglicherweise vorhandenes Zielfile überschrieben

Während es völlig egal ist, wo die Option -d steht (hier ziemlich am Ende), ist die Anordnung aller Optionen -p und -s entscheidend für deren Anwendung bzw. Priorität: Nachfolgende Bearbeitungsprofile überschreiben die Parameter vorangegangener. Aber Neutral ist in dieser Reihenfolge immer der Startpunkt und Default, also -d, wird immer unmittelbar danach an zweiter Stelle angewendet.

Beispiel 3

Ebenfalls unter Linux nun ein Script, dass uns zeigt, wie lange die Bearbeitung aller Raw-Files in einem Ordner dauert. Angenommen wird hier, dass zu jedem Raw auch ein Sidecar-Bearbeitungsprofil vorhanden ist. Da es nur um die Zeitdauer geht, wird das Ergebnis der Bildbearbeitungen nirgendwohin geschrieben, sondern sogleich im Linux-Nirwana /dev/null versenkt:

time {
 for f in /home/user/photos/2011-11-11/*.raw; do
   rawtherapee -o /dev/null -S -t -Y -c "$f";
 done
 }