Sidecar Files - Processing Profiles/de

From RawPedia
Jump to: navigation, search

Todo-List / State:

  • Translation: completed
  • Content completely cleared: yes
  • Expression and didactics checked: completed
  • Spelling checked: open

Ready for publishing: no


Sidecar-Files - Bearbeitungsprofile

An vielen Stellen auch als Prozessprofile bezeichnet.

Diese Bearbeitungsprofile werden auch als Sidecar-Files bzw. im Deutschen auch als sogenannte Filialdateien bezeichnet, die neben dem "bearbeiteten", aber trotzdem weiterhin völlig unverändertem Originalfile abgelegt werden und die "Prozesswerte" für die Bildverarbeitung enthalten. Unter Prozesswerten sind sämtliche Einstellwerte der Bearbeitungswerkzeuge zu verstehen. RawTherapee verändert also weder das Originalbild, noch schreibt es irgendwelche Bearbeitungseinstellungen als Zusatzdaten in die Originalbild-Datei. Erst durch die Bündelung aus originalem Bildfile (z.B. das Raw) und diesem Sidecar- (Beiwagen-) File ergibt sich das Ausgangs"material" aus dem RawTherapee dann das abzuspeichernde Bild berechnet. In anderen Raw-Bearbeitungsprogrammen wird dieser Prozessdatensatz auch "Preset" genannt. Aktuell bekommt das Sidecar-File die Dateiendung .pp3. In der älteren Version 2 war dies noch die Endung .pp2.

Nicht immer steht so ein Prozessfile nur "neben" einem bestimmten Bild. Sie können sich auch als Startwerte für noch unbearbeitete Bilder eignen. Deshalb finden sich diese Prozessprofile an drei völlig unterschiedlichen Stellen, obwohl sie immer gleich funktionieren:

  • "Standardprofile"
    RawTherapee bringt bereits einen Satz von Profilen mit. Ihr Zweck besteht darin, einen guten Startpunkt zur Verarbeitung von Bildern zu liefern. Auch, um das Zusammenspiel der unterschiedlichen Werkzeugeinstellungen zu demonstrieren. Man findet diese Prozessprofile im Editor über den Werkzeugen unter Bearbeitungsprofile > Standardprofile
  • "Meine Profile"
    Wenn du bestimmte Profile öfters wiederverwenden willst, speichere sie im config-Ordner unter profiles (s. Seite Dateipfade). Sobald dort Profile abgelegt sind, wird neben Bearbeitungsprofile > Standardprofile auch der Eintrag Meine Profile angezeigt und man kann sie auf die gleiche bequeme Art laden, wie die mitgelieferten Standardprofile. In der Regel eignen sich selektive Profile (beim Speichern die Strg-Taste gedrückt halten) besonders gut, um nur ganz bestimmte Einstellungen eines oder weniger Werkzeuge in einem Profil für einen bestimmten Zweck vorzuhalten.
  • Automatisch erstellte Profile
    Dies sind die eigentlichen, schon oben beschriebenen Sidecar-Files. Also jeweils der Satz an Werkzeugeinstellungen, der bei der Bearbeitung automatisch zu jedem Bild abgelegt wird. Zusätzlich zu den Werkzeugeinstellungen wird auch das Ranking (Sternchen), die Farbmarkierung und die "Im Papierkorb"-Information in diesem File mit abgelegt. Hingegen wird weder die Historie noch werden die Schnappschüsse der Werkzeugeinstellungen derzeit gespeichert.

    Der Rest dieser Seite befasst sich mit diesen automatisch erstellten Profilen, wobei viele Details auch auf die beiden anderen Profilarten (Standardprofile und Meine Profile) zutreffen.

Standardmäßig werden die Prozessfiles "neben" das Original abgelegt, also in den gleichen Ordner. Dabei wird der Dateiname des Originals wiederverwendet. Zum Beispiel wird zu "katze.raw" ein Prozessfile "katze.raw.pp3" angelegt. Prozessfiles können aber auch in den zentralen Cache abgelegt werden. Die Umschaltung zwischen beiden Varianten erfolgt unter Gtk-preferences.png Einstellungen > Bildbearbeitung > Behandlung der Bearbeitungsprofile. Es wird empfohlen, die Bearbeitungsprofile zusammen mit den Bildern zu speichern. Beim Verschieben der Bilder bleiben sie ihnen somit problemlos zugeordnet.

Beachte
Bei der Verwendung des Cache als Ablageort der Bearbeitungsprofile kann RawTherapee dort gespeicherte Profile nur so lange den Bildern richtig zuordnen, wie diese sich im Verzeichnispfad an exakt der gleichen Position befinden. Werden die Bilder verschoben oder auch nur ein Ordner im Pfad umbenannt, erscheinen die Bilder wieder als unbearbeitet und man muss sich mit der Hand das richtige Bearbeitungsprofile direkt im Cache-Ordner herausangeln.

Auf- und Abwärtskompatibilität

Bearbeitungsprofile verändern sich von einer zur nächsten RawTherapee-Version. Die Entwickler sind bestrebt, Abwärtskompatibilität zu gewährleisten, was aber nicht immer vollständig möglich ist. So können nicht nur neue Parameter hinzukommen, sondern auch Alte überflüssig werden, wenn die Bildbearbeitungswerkzeuge weiterentwickelt werden. Mit dieser Weiterentwicklung können sich die Default-Werte, im Extremfall sogar die Bedeutung eines Wertes ändern. Ein Beispiel dafür ist die deutliche Verbesserung des Rauschreduktionswerkzeugs von Version 3.0 zu 4.0.10, sodass ein bestimmter Einstellwert des Luminanz(rauschunterdrückungs)parameters in beiden Versionen unterschiedlich stark wirkt.

Wenn die Bearbeitungsprofile im Cache der jeweiligen Version gespeichert werden (den Ort unter Einstellungen unterschiedlich konfiguriern), können bei der Parallelinstallation unterschiedlicher RawTherapee-Versionen auch unterschiedliche Bearbeitungsprofile für die Bilder abgelegt werden, die sich dabei nicht gegenseitig stören. In so einem Fall kann ein Bild auch später noch einmal bearbeitet und gespeichert werden, indem man auf die damals verwendete RawTherapee-Version zurück greift. Vorausgesetzt, der Cache wurde nicht gelöscht. (Bei der Deinstallation also den Cache sichern, um ihn bei einer erneuten Installation einer älteren Version dort wieder einfügen zu können.) Ob das allerdings tatsächlich wünschenswert ist, sei dahingestellt. Mit neueren Versionen, dem eigenen Entwicklungsfortschritt und der Entwicklung des eigenen Geschmacks ist zu erwarten, dass man das gleiche Bild inzwischen etwas anders entwickeln würde, als einige Jahre zuvor. Beachte auch das Problem, dass RawTherapee die Profile im Cache nicht mehr zuordnen kann, wenn sich der Verzeichnispfad, in dem die Bilder liegen, auch nur geringfügig geändert hat. Auf der Seite zu den Dateipfaden findest du den Ort, wo sich der Cache befindet.

Wenn eine neue Haupt-Version von RawTherapee veröffentlicht wird kann es sein, dass die Suffixe für den Konfigurations- und den Cache-Ordner geändert werden. Das bedeutet, dass eine neue Version unter Umständen die bisherigen Konfigurationen und aber auch die bisher angelegten Prozessfiles nicht mehr sieht. Das klingt erst mal unerwünscht, hat aber in so einem (eher seltenen) Fall gute Gründe:

  • Abwärtskompatibilität. Es kann Änderungen im Verhalten eines Werkzeugs zwischen aktueller und vorhergehender Programmversion geben. Die Entwickler versuchen Abwärtskompatibilität dort zu gewährleisten, wo es möglich ist. Wenn das wirklich einmal ein Problem an einem Bild ist, verwende noch einmal die frühere Version für damit entwickelte Bilder und wechsle für alle neuen Bilder zur neusten Version. Durch die Umbenennung des Cache- und Konfigurationsordner kann es nicht passieren, dass du dort abgelegte Bearbeitungsprofile lädst, die mit der neuen Version falsch interpretiert werden.
  • Einige Nutzer haben ihre Programmeinstellungen schon sehr lange nicht mehr überprüft. Bei neuen Versionen kann es besser gewählte Voreinstellungen geben, von der der Nutzer nichts mitbekommt, wenn er alte Einstellungen beibehält. Mit dieser Maßnahme, den Konfigurationsordner neu zu benennen, wird der Nutzer motiviert, die Programmeinstellungen wieder einmal komplett durchzusehen.
  • Einige Nutzer haben auch noch nie in die Programmeinstellungen gesehen.
  • Ältere Prozess- und Konfigurationsfiles könnten unter Umständen auch dazu führen, dass RawTherapee abstürzt. Wenn so ein Verhalten bekannt wird, wird es eigentlich auch gepatcht. Andernfalls führt diese Vorgehensweise mit frischem Cache- und Konfigurationsordner dazu, solche Probleme zu vermeiden.

Im Allgemeinen ist es zu empfehlen, eine bisherige Version nicht zu updaten, sondern die neue Version an anderer Stelle im Programmordner parallel zu installieren und auch den Cache- und den Konfigurationsorder für diese Versionen getrennt zu halten. Das erleichtert vor allem in der Umstellungsphase die Nutzung bzw. verringert das Risiko von Problemen, wo vielleicht doch noch mal einige Bilder mit der älteren Version überarbeitet werden sollen.